The Gravy Club

Feiner Elektropop, der Erinnerungen an die Synthie-gesättigten 80er weckt, tiefere Wurzeln im Krautrock erahnen lässt, dabei aber immer wieder durch kräftige, aus den Cross-over-90ern grüßende Gitarrenriffs klangfarblich erweitert wird — das sind nur einige der Ingredienzen, aus denen der extrem tanzbare Gravy-ClubSound gerührt ist. Vor Kurzem, buchstäblich in den letzten Minuten des CoronaJahres 2020, hat das aus Buchloe (Allgäu) stammende Trio mit „Drei“ ein neues Studio-Album herausgebracht. „Drei“ — der Titel ist zugleich eine geheime Chiffre für die Wirkung dieser Musik, in der sich drei individuelle Stärken zu einem außergewöhnlichem Ganzen verbinden. Da ist — eins — die Stimme von Daniela Metz, die mit ihrem klaren, eingängigen Songwriting die Linie vorgibt: Melodien, die das Publikum schon bei einmaligem Hören irgendwie mitsingen möchte und auch kann; darauf Texte, die unaufgeregt und ohne Pathos die großen und kleinen Dingen des Lebens verhandeln. Da ist — zwei — Peter Dolp an den Keyboards: Hier hört man Spielfreude und mehrere Jahrzehnte Tastenerfahrung auf hohem musikhandwerklichem Niveau. Nicht nur gibt er dem scheinbar leichtfüßigem Gravy-Club-Sound Tiefe und Facettenreichtum, er macht auch Türen auf zu mehr oder weniger angrenzenden Genres. Hier Jazz, dort Elektro, sogar Klassik. Und da ist — drei — die Gitarre von Patrick Miller, die aus ganz anderen, wilderen Klanglandschaften hinzutritt: Patrick ist Autodidakt und Instinktmusiker, dessen musikalische Sozialisation über Hardrock, Punk und Grunge gelaufen ist. Diese Erfahrung hat er jedoch gezähmt und zur dritten Sound-Komponente der Band geformt — erdig, kantig und markant. In dieser Band erhält jeder Künstler einen individuellen Raum für sein Ding. Das hört sich nach Jazz an, führt aber in der Praxis zu einerseits sehr klaren Songstrukturen, anderseits zu jenen kleinen Überraschungen und Disruptionen, die die Musik auch nach mehrmaligen Hören interessant bleiben lässt. Drei Alben dokumentieren den Reifeprozess, den The Gray Club durchlaufen hat. 2006 erschien das Debüt „At the Sea“, 2013 folgte „Beat Draft“. Mit „Drei“ sind sie nun bei dem heutigen Straight-Forward-Sound angekommen. Ob Live oder auf Album — spürbar ist jederzeit, was The Gravy Club antreibt: Hier sind drei Künstler arm Werk, denen der Sound schon ein Leben lang im Blut kocht und zum Ausdruck drängt.

Datum

Samstag, 18. Juni 2022
Expired!

Uhrzeit

18:00

Preis

Eintritt frei
Kategorie
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